www.omd.berlin

OMD.berlin











Das Elektronik-Projekt "Orchestral Manoeuvres In The Dark" riefen Andy McCluskey, geboren am 24.Juni 1959 in Liverpool, und sein Schulkumpel Paul Humphreys 1976 ins Leben.
Die beiden waren seit Sandkastenzeiten unzertrennlich, besuchten dieselbe Gymnasiumklasse. Paul schrieb bei Prüfungen vom Mathematikgenie Andy ab. Gemeinsam kauften sie sich 1974 das Kraftwerk-Album "Autobahn". Auf die süßlichen, aber monotonen Elektronik-Harmonien des Titelsongs, der damals weltweit in den Charts einschlug, fuhren die beiden total ab.
Die Scheibe löste bei Andy Bastelfieber aus. Mit Hilfe von mehreren Ringmodulatoren erzeugte er vollsynthetische Brumm -, Pfeif - ,Quietsch - und Kreischgeräusche, die bei den meisten Zuhörern nach kurzer Zeit körperliche Beschwerden verursachten. Paul war von dem Höllensound genauso fasziniert wie sein Kumpel. Er investierte in eine Vierspurmaschine, auf der das Team endlose, schockierende Mißklangsymphonien aufnahm.
1976 gründeten die beiden ihr erstes ernstgemeintes Projekt - VCL XI. Auf Kassetten in Auflagen von 500 Stück gab es in Liverpool die Schöpfungen von Andy und Paul zu kaufen, darunter das Stück "Orchestral Manoeuvres in the Dark", eine Komposition für "drei Radiogeräte und Kriegsgeräusche" .
Nach der Veröffentlichung der dritten Kassette wurde VCL XI in Hitlerz Underpanz umbenannt. 1977 heuerten Paul und Andy sechs weitere Mitspieler an und stiegen auf konventionelle Rockinstrumente um. Die Band hieß ID und brachte eine Single raus "Julia´s Song", die es allerdings nicht bis in die Charts schaffte.
Die Geburtsstunde für OMD schlug im April 1978. An Bord waren wieder nur Andy und Paul und als "drittes Mitglied" eine altertümliche Magnetband-Effektmaschine, die Andy zu eine Art Steinzeit-Sequenzer umkonstruiert hatte.
Der erste Auftritt stieg im Liverpooler New Wave-Club "Eric´s". Andy sang und spielte Baß, Paul bediente die Keyboards, zwei Hilfskräfte, Malcom Holmes und David Hughes, waren fürs Schlagzeug und einen Synthesizer zuständig. Die beiden waren bis 1979 bei jedem OMD-Konzert mit von der Partie. Ungefähr 30 zahlende Gäste erschienen zu dem Auftritt, unter Ihnen Holly Johnson, am Ende des Gigs war höchstens noch ein Drittel des Publikums anwesend.
Im Dezember 1978 erschien die erste Orchestral Manoeuvres in The Dark-Single "Electricity". Andy und Paul hatten das Teil auf eigene Faust in ihrem Einfach-Studio "Grammophone Suite" produziert. Die Scheibe schaffte es immerhin in die Charts und trug den beiden ihren ersten richtigen Plattenvertrag ein.



Die Aufnahmen für die erste OMD-LP begann im September 1979. Im Studio halfen Malcolm Holmes und Martin Cooper (Piano, Saxophon) mit. Nach Erscheinen der LP "Orchestral Manoeuvres In The Dark" 1980 stieg Martin auch live mit ein, ersetzte David Hughes. Die ausgekoppelte Single "Messages" schoß im Sommer 1980 hoch in die englischen Charts, die LP folgte. Ihr trickreiches Cover räumte mehrere Design-Auszeichnungen ab.
Die nächste Single "Enola Gay", benannt nach dem Flugzeug, das die Hiroshima-Atombombe abwarf, wurde zum Synthyrock-Klassiker. OMD waren plötzlich voll angesagt. Andy erkannte den Zug der Zeit. Als die New Romantic-Welle anrollte, war Andy‘s Truppe dabei. Auf "Organisation", der zweiten 1980er OMD-LP, setzten er und Paul mehr auf eingängige Melodien und Tanzrythmen.
Den plötzlichen Ruhm verdaute der introvertierte Andy nur schwer. Um jeden Starkult bei den Fans vorzubeugen, trug er bei Auftritten die ausgemusterten Klamotten seines Vaters auf. Alles was er erreichte war, daß die OMD-Fans ebenfalls in schlechtsitzenden Uraltanzügen und ärmellosen Wollwesten zu den Konzerten erschienen.
Die dritte OMD- LP "Architecture & Morality" (1981) ging trotz ihres sperrigen Titels weg wie warme Semmeln. In den Konzerten brach wildes Tanzfieber aus. Paul und Andy legten sich selbst eine neue Roboter-Choreografie für die Bühne zu, die die Fans an den Rand des Wahnsinns trieb. Bei einer OMD-Show im Münchner "Deutschen Museum" entstanden Parkettschäden in fünfstelliger Höhe. Die Band bekam daraufhin immerwährendes Auftrittsverbot für den Schuppen. Seit "Crush" (1985) ging´s für OMD auch in den USA bergauf.
1987, nach der "Pacific Age"-Tournee, kam Sand ins Getriebe. Andy und Paul konnten nicht mehr miteinander arbeiten.
Paul war mit dem Song "Dreaming" nicht einverstanden. Er stieg aus, um mit eigener Band seine eigenen musikalischen Vorstellungen zu verwirklichen.
1991 veröffentlichte Andy McCluskey ein neues OMD: das Album " Sugar Tax". Es wurde ein Riesenerfolg, weltweit wurden 2 Millionen Exemplare verkauft und bekam in Großbritannien Platin.
Auch die Singleauskopplungen "Sailing on the Seven Seas", "Pandora´s Box" und "Call my Name" kamen an die Spitze der Charts.
1993 konnte Andy mit "Liberator" den Erfolg mit "Sugar Tax" zwar nicht erreichen, aber auch dieses Album verkaufte sich gut.
Nach 3-jähriger Pause meldete Andy sich mit "Universal" zurück. Doch leider konnte die CD in Deutschland nicht neben Techno-Scheiben bestehen und wurde ein eher mäßiger Erfolg.
Im Jahr 2007 kam es dann zu einer doch sehr überraschenden "Reunion" von OMD in der ursprünglichen Originalbesetzung Andy Mcluskey, Paul Humphreys, Malcolm Holmes und Martin Cooper. Die Band veröffentlicht neue Alben und ist ständig wieder auf Tour!
Malcolm Holmes erlitt leider auf der Tour 2013 einen Herzanfall und wird seitdem von Stuart Kershaw am Schlagzeug ersetzt. Seit der Reunion wurden 3 neue Alben veröffentlicht: History of Modern, English Electric und The Punishment of Luxury.
º Mail º º Impressum º